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Altmühl - Donau - Wörnitz
Altmühl - Donau - Wörnitz
Drei Tage mit dem Rad
Übersichtskarte
20.8.2020 ----------- Altmühl-------------1.Tag
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Zu unserem ersten Ziel müssen wir quer durch durch die Stadt. Nach ein paar hundert Metern steigen wir wieder ab und schieben. Es ist Markt und zu viele Leute unterwegs um mit dem Rad zu fahren. So betrachten auch wir was alles angeboten wird. Gunzenhausen hat sich mit vielen Schirmen geschmückt die über der Straße schweben.
Färberturm in Gunzenhausen
Wir wollen zum Schlossbuck, dem angrenzenden Wald. Dort will ich mir Reste des Limes, bzw eines Kleinkastells und eines Wachturms ansehen. Als wir von der Straße in den Wald einbiegen, steigt der Weg bald steil an, so dass wir schieben müssen. Bei der Planung hatte ich zwar gesehen, dass hier ein Berg ist aber nicht mit so einer Steigung gerechnet.
Na gut; irgend wann sind wir oben und auf dem Bergrücken können wir eben zu dem ehemaligen Kastell fahren. Zuerst fällt uns eine nachgemachte römische Standarte auf. Sie markiert den nördlichsten Punkt des rätischen Limes. Gleich daneben sind Grundmauern eines römischen Wachturms zu sehen und daneben ist der Grundriss eines älteren, hölzernen Turms markiert. Das Kleinkastell ist noch ein paar Meter weiter. Von ihm selber ist nichts mehr zu sehen, nur die Ausmaße sind markiert und das Tor wird durch einen Metallbogen angedeutet.
Wenn es auch nicht viel Originales zu sehen gibt ist doch die Anordnung der verschiedenen Bauten aufschlussreich. Jetzt ist alles mitten im Wald. Der Limes verlief direkt an der steilen Hangkante und wenn ich mir die Bäume weg denke hatte man von hier oben eine weite Sicht ins Land.
nördlichster Punkt des rätischen Limes
Infotafel Kleinkastell am Schlossbuck
Kleinkastell auf dem Schlossbuck
Nun verlassen wir den Wald und der vorherige Aufstieg beschert uns jetzt eine lange Abfahrt in das Altmühltal. Hier ist der Fluss noch jung und fließt in einem breiten Tal. Wir folgen dem Altmühlradweg der gut ausgeschildert ist. Es ist ein sonniger Tag und wir fahren gemütlich durch kleine Dörfer und entlang von Feldern. Störche stehen auf den Wiesen.
Schließlich erreichen wir unser zweites Ziel, das Dorf Graben. Hier ließ Kaiser Karl der Große einen Kanal, Fossa Carolina, anlegen der die Altmühl mit der Schwäbischen Rezat verband und damit die Flusssysteme von Donau und Rhein.
Wie hier in Graben sind die Kirchtürme oft mit bunten Schindeln gedeckt
Fossa Carolina
Infotafel Fossa Carolina
Wir sehen uns nur den vorderen Teil des Kanals an, da es auf Mittag zu geht und das einzige Wirtshaus in Graben heute Ruhetag hat. So müssen wir weiter nach Treuchtlingen radeln. Dort fragen wir uns zum Zentrum durch, wo wir einen schattigen Platz im Hof einer Pizzeria finden.
Nachdem wir satt sind fahren wir weiter und haben Probleme den richtigen Weg zu finden. Die Stadt ist etwas unübersichtlich. Treuchtlingen ist ein Eisenbahnknotenpunkt und eine zweigleisige Strecke begleitet uns ab jetzt. Das Tal wird eng, wodurch es das Aussehen erhält, wie man sich das Altmühltal vorstellt. Landschaftlich ist es ein schönes Tal, aber wohnen möchte ich hier nicht. Die Eisenbahnstrecke, auf der reger Verkehr herrscht, ist mit ins Tal gebaut und wenn die schweren Güterzüge durch fahren dann versteht man nichts mehr.
Ein schöner Ort im Tal ist Pappenheim mit einer Burgruine und einem überraschend großen Schloss im engen Tal. Am Ende der kleinen Stadt steht auf einer Wiese eine Weidenkirche, die wir uns ansehen. An einem Stahlgerüst sind Weiden gepflanzt die daran hoch wachsen und die Form einer Kirche bilden.
Burg von Pappenheim
Neues Schloss in Pappenheim
Weidenkirche bei Pappenheim
Turm von innen
Nach der kurzen Rast radeln wir weiter im Tal entlang. Der nächste bekannte Ort ist Solnhofen, wo der Archaeopteryx gefunden wurde. Es gibt auch ein Museum wegen der Versteinerungen, an dem wir allerdings ohne Halt vorbei fahren. Nach dem Ort bremst uns die Eisenbahn an einem Bahnübergang aus. Wieder mal lärmt ein schwerer Güterzug durch das enge Tal.
Kurz hinter Solnhofen ist die erste größere Felsengruppe am Gegenhang zu sehen. Es sind die "Zwölf Apostel", ich habe nicht nach gezählt. Ab hier sind vermehrt Felsen zu sehen.
Eine größere Schlinge der Altmühl müssen wir noch ausradeln bevor wir Dollnstein erreichen.
Zwölf Apostel
Felsen vor Dollstein
Dollnstein ist einTouristenort, bereits am Ortsrand sind einige Anhänger mit Kanus von Verleihern geparkt. Viele sportliche Leute sind unterwegs.
Wir wollen in einem Biergarten, der ist jedoch voll und wegen Corona können wir uns nicht einfach irgend wo da zu setzen wie es sonst üblich ist.
Kanu und Radverleih in Dollnstein
Das Kreuz auf der Brücke glänzt im Sonnenschein
Wir beschließen gleich weiter zu fahren, rufen zuvor noch bei einer Pension in Aicha an um ein Zimmer zu bestellen. Wir bekommen die Zusage und biegen über die Altmühlbrücke von Dollnstein ins Wellheimer Tal ab.
Hier geht es flach weiter, auch in diesem Tal stehen Felsen an den Hängen. Der markanteste ist der Dohlenfelsen, kurz danach sind wir in Aicha in unserer Pension. Hier übernachten viele junge Kletterer, wir sind die einzigen Radfahrer.
Dohlenfelsen.
21.8.2020 ---------- Donau und Wörnitz---------2.Tag
Bereits früh am Morgen sind wir unterwegs. Es wird wieder ein heißer Tag und wir wollen vor der größten Hitze viele Kilometer schaffen.
Wir fahren weiter im Wellheimer Trockental, das eine flache Verbindung durch den Jura von der Altmühl zur Donau bietet. Vor langer Zeit floss hier die Donau durch und bildete das untere Altmühltal aus. Dann wurde die Urdonau insgesamt zweimal angezapft, bis sie ihren heutigen Lauf eingenommen hat.
Oberhalb von Wellheim und Hütting stehen Burgruinen auf den Felsen. Sie bewachten den leichten Durchgang durch den Jura.
Wellheimer Trockental
Burgruine von Wellheim
Burgruine oberhalb von Hütting
Eingangstor ins Wellheimer Trockental. Von hier floss die Urdonau zur heutigen Altmühl.
Nach Rennertshofen stoßen wir auf den Donauradweg. Hier sind merklich mehr Radler unterwegs, als wir bisher sahen. Sehr viele mit großen Packtaschen, die länger unterwegs sind. Nach Bertoldsheim fahren wir auf dem Donaudamm auf dem wir schnell voran kommen. Links von uns die Donau, rechts sind Altwasser und Auwälder zu sehen. Bei Marxheim überqueren wir die Donau an der Einmündung des Lech. Auf der Brücke ist durch Baken eine Spur für Radfahrer reserviert.
Donau, durch das Kraftwerk Bertoldsheim aufgestaut
Altwasser
alter Schnaittling
Donaubrücke bei Marxheim mit abgeteilter Spur für Radler
Unser Ziel ist Rain und der dortige Blumenpark vom Dehner, der sehenswert sein soll. Es geht auf Mittag zu und die Temperaturen sind inzwischen hoch. Dort angekommen gehen wir nur ein kurzes Stück in den Park, kehren um weil es einfach zu heiß ist. Wir essen noch zu Mittag und radeln ein Stück weiter. Gleich nach Rain geht es über den Lech und bald dahinter ist ein Baggersee mit schattigen, großen Bäumen. Hier verbringen wir die nächsten Stunden, ruhen uns aus und baden. Eindeutig besser als durch den Park zu gehen.
Dehner Blumenpark
Baggersee vor Genderkingen
Am späten Nachmittag fahren wir gut erholt weiter. es ist immer noch heiß, aber erträglicher. Die nächst größere Stadt ist Donauwörth. Hier fahren wir über eine Brücke wieder auf das nördliche Ufer der Donau. Auf eine Besichtigung der Stadt verzichten wir, sondern umfahren die Altstadt in einem Park und durch einen Tunnel.
Donauwörth von der Donaubrücke aus
Fahrradtunnel in Donauwörth
Nachdem wir die letzten Häuser hinter uns haben rasten wir nochmal und telefonieren einige Pensionen ab, bis wir ein Quartier bekommen. Leider ist das in Rudelstetten, bereits im Ries. Soweit wollten wir heute nicht mehr fahren, aber was solls. Fahren wir eben etwas länger an diesem Tag.
Nun folgen wir dem Lauf der Wörnitz aufwärts. In Wörnitzstein überquert eine schöne steinerne Brücke die Wörnitz. Von dort haben wir auch einen Blick auf die Kalvarienbergkapelle, die auf einem hohen Felsen steht. Der Felsen ist ein Geotop, da er beim Einschlag des Riesmeteoriten aus dem Krater geschleudert wurde und hier stehen blieb.
steinerene Brücke in Wörnitzstein
Kalvarienbergfelsen mit der Kapelle
Störche an der Wörnitz
Unterwegs sehen wir vermehrt Störche am Fluss und auf den Wiesen, sie scheinen sich hier wohl zu fühlen.
Das Tal wird enger, wir passieren den Kraterrand des Rieskraters. Auf dieser Strecke verläuft der Weg teilweise am Hang, so dass wir mehrere Steigungen bewältigen müssen. Endlich erreichen wir den flachen Boden des Rieskraters.
Jetzt geht es wieder flotter voran. In Rudelstetten beziehen wir eine günstige Ferienwohnung auf einem Bauernhof. Nur ein paar Häuser weiter ist eine größere Landgaststätte, die gut besucht ist. Wir bekommen noch einen Platz im Garten und lassen den Tag gemütlich ausklingen.
Nach dem guten Essen machen wir noch einen Spaziergang durch den Ort und wundern uns über die vielen Störche die sich auf der Kirche und umliegenden Häusern treffen. So viele Störche auf einmal haben wir in Deutschland noch nicht gesehen.
Unser Quartier in Rudelstetten
Störche auf dem Kirchturm
Störche auf dem Kirchendach
22.8.2020 -------- Wörnitz und Regen----------3.Tag
Am Morgen ist es vorbei mit der Hitze. Es regnet leicht als wir losfahren. Unterwegs wird der Regen stärker, wir legen unsere Regenkleidung an. Wenigstens ist die Strecke hier im Ries schön flach. Der Regen hört auf und wir sehen einen Regenbogen, weil die Sonne kurz durch ein Wolkenloch scheint. Das einzige mal für heute, dass wir die Sonne sehen.
Regenbogen am Morgen
Sonnenstrahlen, die einzigen heute
Der nächst größere Ort ist Oettingen, wo wir an der Oettinger Brauerei vorbei radeln. Wir kehren in einer Bäckerei auf einen Kaffee ein und besichtigen anschließend die Altstadt. Hier gibt es einen alten Ortskern mit vielen alten Häusern und einem Schloss.
Königstor in Oettingen
Schlossstraße
Residenzschloss in Oettingen
Weiter geht es im Tal der Wörnitz die allerdings nur selten zu sehen ist. Ihren Lauf erkennen wir an den Bäumen die den Fluss begleiten, oder wenn wir über eine Brücke fahren. Es ist weiterhin trüb, regnet aber nicht. Auch Wassertrüdingen hat eine Altstadt, die jedoch nicht so sehenswert ist wie die von Oettingen.
Rathaus von Wassertrüdingen
Oberes Tor
Nach Wassertrüdingen geht es zunächst flach an einer Eisenbahnlinie entlang. Als die Strecke davon abbiegt wird es hügelig. Wir müssen jetzt über die Wasserscheide von der Wörnitz zur Altmühl. Es beginnt wieder zu regnen, zunächst radeln wir weiter, aber als es immer stärker regnet setzen wir uns in einem Dorf in ein Bushäuschen und warten rund eineinhalb Stunden bis der Regen nachläßt. So starker Regen war eigentlich nicht vorher gesagt.
Nach dem Regen haben wir nur noch einen Anstieg vor uns und können dann fast bis zu unserem Auto in Gunzenhausen rollen.
Storch bei Regen
Regenfahrt
Fazit: Ursprünglich hatte ich nicht vor über die Fahrt einen Bericht zu schreiben, da es aber so eine schöne Tour war wollte ich sie euch doch zeigen. Wenn man am Anfang nicht die römischen Ausgrabungen besichtigt spart man sich den ersten Berg und hat eine flache Strecke vor sich. Die einzigen nennenswerten Hügel sind dann zwischen Wassertrüdingen und Gunzenhausen.
Kommentar