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Mitreisende | |
Land: Deutschland
Reisezeit: August 2007
Region/Kontinent: Mitteleuropa
Eine der schönsten und zugleich anstrengendsten Wanderungen, die ich in letzter Zeit gemacht habe.
Die 12-Tausender-Tour oder Kaitersberg-Arber-Hochtour führt auf einer Länge von etwa 30 Kilometer im Naturpark Oberer Bayerischer Wald über zwölf Gipfel mit über 1000 Meter Höhe.
Bei dieser Bergwanderung auf dem E6/Goldsteig über den Kaitersberg und Arberkamm ist wirklich der Weg das Ziel. Steinige schmale Pfade führen immer wieder zu wunderschönen Aussichtspunkten. Ich werde zu jedem markanten Punkt der Wanderung ein paar Zeilen schreiben, am Ende stehen dann weitere Informationen zu der Tour. Die besten Eindrücke von der Wanderung vermitteln die Fotos und Panoramabilder.
Wir waren von Montag, 06.08. bis Mittwoch, 08.08.2007 unterwegs. Das Wetter war brutal heiß (etwa 27°), erst am Dienstagnachmittag bewölkte es etwas.
Heiglhöhle
Nach einem anstrengenden Aufstieg von Kötzting aus hinauf nach Reitenberg tauchen die ersten größeren Felsen am Weg auf. In einem befindet sich die Räuber-Heigl-Höhle. Hier hat sich der Räuber Michael Heigl im 19. Jahrhundert vor seiner Festnahme versteckt. Die Höhle besteht aus zwei kleinen Räumen. An sich nichts besonderes, aber wegen der Hitze eine angenehme Abkühlung.
Kreuzfelsen (999m)

Die erste tolle Aussicht auf der Wanderung. Der Kreuzfelsen am Westende des Kaitersbergs liegt oberhalb der Räuber-Heigl-Höhle. Auf ihm befindet sich ein Gipfelkreuz. Der Ausblick geht in den vorderen Bayerischen Wald, nach Bad Kötzting und bis zum Arber, der noch relativ klein am Horizont zu sehen ist. Mit uns genießen auch viele Touristen die Aussicht. Es ist zwar Montag, aber Sommerferien.

Mittagstein (1034m)
Beschränkte Aussicht, aber der erste der 12 Tausender. Auf ihm befindet sich eine kleine Kapelle.
Kötztinger Hütte
Der Weg führt hier so geschickt, dass man fast geradewegs auf die Aussichtsterrasse des Gasthauses gelangt. Wir kriegen gerade noch die Kurve und laufen daran vorbei.
Steinbühler Gesenke (1044m)

Wie in den Alpen führt hier der Pfad entlang der steil abfallenden Gneisfelsen, die natürlich eine herrliche Aussicht bieten. Nicht umsonst verläuft hier auch der so genannte Panoramaweg, an dessen Rand das Heidekraut blüht. Das Wandern macht hier einfach nur Spaß.

Rauchröhren (1030m)
Die Rauchröhren sind zwei große Felstürme, an denen man auch klettern kann. Der Wanderweg führt steil auf die Felsen hinauf und dann durch den engen Spalt zwischen den hohen Felsen hindurch. Wer sich die kleinen Klettereinlagen ersparen will, kann die Rauchröhren auch umgehen.
Wir treffen dort einen sympathischen tschechischen Hund, dessen Besitzer gerade klettern.

Großer Riedelstein (1132m)

Auf dem felsigen Gipfel steht das Waldschmidtdenkmal zu Ehren eines Heimatdichters. Mit über 1100 Metern der Höhepunkt der ersten Etappe. Auch hier gibt es wieder eine gigantische Aussicht. Der Arber ist mittlerweile etwas besser zu erkennen. Da es schon später Nachmittag ist haben wir den Gipfel für uns alleine - zumindest was menschliche Wesen betrifft. Tausende Flugameisen umschwirren die Felsen und das Denkmal. Wenigstens stechen die Tiere nicht. Unten dürfen wir in Felsspalten Leuchtmoos bewundern.

Gasthaus Eck (843m)
Nach einem steilen Abstieg an der Skipiste essen und übernachten wir im Gasthaus Eck.
Am nächsten Morgen startet kurz nach uns eine sechsköpfige Wandergruppe. Im Verlauf des Tages werden wir uns immer wieder gegenseitig überholen.
Mühlriegel (1080m)

Wieder geht es bergauf, wenigstens in einem angenehm schattigen Wald. Als die ersten Besucher des Tages tragen wir uns in das Gipfelbuch ein und genießen auch hier wieder die tolle Aussicht Richtung Arnbruck und auf die umliegenden Berge.
Wenig später treffen andere Wanderer ein.

Ödriegel (1156m)
Trotz der Ankündigung im Internet, der Weg sei wegen der Sturmschäden vom Januar nicht passierbar (siehe unten), machen wir uns auf zum nächsten Gipfel. Die ersten Bäume liegen auf dem Weg und müssen umgangen oder überquert werden.
Die Landschaft ist hier hochmoorartig.

Waldwiesmarterl (1139m)
Viel Windwurf, ein Martel und eine Schutzhütte. Nichts besonderes, wir laufen weiter.
Schwarzeck (1238m)

Endlich mal volle Aussicht in die andere Richtung, also nach Norden und Osten zum Hohen Bogen (?) und Osser. Auch hier gibt es ein Gipfelkreuz, an dessen Fuß hunderte Flugameisen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Die ersten Wolken lassen sich am Himmel blicken und bringen leichte Abkühlung.

Reischfleck (1118m)
Hier hat der Sturm immense Schäden angerichtet, so dass der Pfad über den Kamm nicht begehbar ist. Näheres siehe unten.

Heugstatt (1261m)
Über Forwarderspuren geht es auf den flachen Gipfel. Der Pfad wird von Gräsern und Blaubeeren gesäumt.
Enzian (1285m)
Wieder ein Aufstieg über die breiten Spuren. Der ursprüngliche Pfad oder Markierungen sind nicht mehr vorhanden. Auf dem Berg stehen nur noch Baumskelette, die meisten vitalen Bäume sind umgeworfen. Irgendwie ein trostloser Ort.
Das Ziel, der Große Arber, rückt immer näher. Davor will noch sein kleiner Bruder bezwungen werden.

Kleiner Arber (1384m)

Durch ein Hochmoor, teilweise über Holzstege, geht es zum vorletzten Tausender. Für diesen Berg gibt es eine einfachere Umgehung, denn der Aufstieg ist sehr steil. Noch dazu erschweren auch hier umgestürzte Bäume das Vorankommen. Wo einst der Wanderweg verlief ist nicht mehr ersichtlich. Kurz vor dem Gipfel warnt ein Schild, dass der E6 in beide Richtungen nicht begehbar sei. Wir blicken auf die bisher geschafften Berge zurück und blicken kurz von dem Gipfelkreuz ins Tal. Es sieht gewittrig aus.

Großer Arber (1456m)
Ein letzter steiniger Abstieg zur Jugendherberge, an der die Waldarbeiter ihre Wohnwägen aufgestellt haben.
Endlich ist der „König des Bayerischen Wald“ in voller Pracht sichtbar. Noch einmal geht es nach oben. Der Pfad ist am Ende treppenartig angelegt. Da es nach Eisenbahn riecht, vermuten wir, dass die Stufen einst Gleise zusammengehalten haben.
Nach etwa acht Stunden erreichen wir den Richard-Wagner-Kopf, markante Felsen am Südwestrand des Arbers, und genießen glücklich und stolz den Blick zurück auf die vergangenen Berge und die wunderschöne Wanderung. Hier überblicken wir auch das Plateau des Arbers und machen uns dann auf den Weg zum eigentlichen Gipfel. Das Kreuz befindet sich leider in unmittelbarer Nähe zu den Radarkuppeln. Bei den obligatorischen Fotos gibt meine Kamera schon komische Geräusche von sich.
Da die letzte Seilbahn schon abgefahren ist, sind die Menschenmassen längst vom Berg verschwunden.
Im Tal sind teilweise Gewitter und wir machen uns auf den Weg zum Arberschutzhaus, das etwas weiter unten liegt, wo wir uns das gute Essen redlich verdient haben. Nachdem wir von oben den Sonnenuntergang angeschaut haben, verbringen wir die Nacht im Schutzhaus mit Blick auf Bayerisch Eisenstein und Železná Ruda auf der tschechischen Seite.

Großer Arbersee (934m)
Am nächsten Morgen geht es dann ins Tal. Der Pfad ist immer noch felsig. Eine tolle Abkühlung bietet der Geigenbachfall am Wegesrand. Für gute Fotos werden wir ziemlich nass.
Am Arbersee selbst sind dann natürlich viele Touristen und wir sind froh, dass wir diesen Ort bald mit dem Bus Richtung Kötzting verlassen können.

Informationen zur Wanderung
Parken
Wir haben in Kötzting auf dem Großparkplatz in der Ludwigstraße geparkt. Da der Parkscheinautomat defekt war, konnten wir dort kostenlos parken. Auf dem Rückweg haben wir dann Parkplätze am Bahnhof, an der Kirche und unter der Eisenbahnbrücke in der Ludwigstraße entdeckt. Diese müssten alle kostenlos sein.
Übernachtung
Die Tour ist wohl auch in einem Tag zu machen, es empfiehlt sich allerdings, mindestens einmal zu übernachten. Unsere erste Nacht verbrachten wir im Gasthaus Eck, die zweite Übernachtung war im Arberschutzhaus.
Eine Schutzhütte zum Übernachten mit Schlafsack gibt es am Mühlriegel, etwa 2,5 Kilometer vom Eck entfernt. Dort könnte man auch ein Zelt aufbauen. Im Arbergebiet selbst konnten wir keine ideale Übernachtungsmöglichkeit finden. Nach dem Enzian gibt es zwar eine Hütte, die aber leider verdreckt ist.
Wasser
Die Wasserversorgung am Weg ist ziemlich schlecht. Links vom Gasthaus Eck befindet sich am Wanderparkplatz ein Brunnen, der nächste ist dann an der Jugendherberge am Kleinen Arber. Ansonsten gibt es natürlich Leitungswasser in den Gasthäusern.
Man sollte also für einen Tag genügend Wasser bei sich haben.
Sprache
Oberpfälzerisch/niederbayerisch. Für Preußen schwer zu verstehen, die Bewohner geben sich allerdings Mühe, verständliches Deutsch zu sprechen.
Wanderkarte
Zum Beispiel vom Bayerischen Landesvermessungsamt, Naturpark Oberer Bayerischer Wald - östlicher Teil (UK 50-27).
Markierung
Die 12-Tausender-Tour verläuft auf dem Europäischen Fernwanderweg E6, der in diesem Abschnitt mit dem neuen Goldsteig identisch ist. Der E6 ist mit einem grünen Dreieck auf weißem Grund markiert, der Goldsteig ist mit einem gelb geschwungenem Pfad auf weißem Grund gekennzeichnet. Zudem gibt es immer wieder Wegweiser mit Entfernungsangaben und Tafeln mit dem Höhenprofil und den Gipfeln des Weges.
Bus
Vom Großen Arbersee aus gelangt man mit Bussen wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Vom Arbersee fährt man zunächst nach Bodenmais, dann nach Kötzting.
Internetadressen
Beschreibung der Wanderung
Busfahrplan Arbersee-Bodenmais (Seite 2)
Busfahrplan Bodenmais-Kötzting
Gasthaus Eck
Arberschutzhaus
Sturmschäden
Im Internet stand die Information, dass fast der komplette zweite Teil des Weges zwischen Mühlriegel und Arber wegen des Windwurfes von Kyrill nicht begehbar ist.
Inzwischen ist aber ein Großteil der Schäden beseitigt. Vereinzelt liegen noch Bäume auf dem Weg, die aber problemlos überwunden oder umgangen werden können. Es haben sich mittlerweile auch neue Pfade um die Hindernisse gebildet. Ansonsten haben Waldarbeiter umgeworfene Bäume beseitigt.
Ein größeres Windwurfgebiet ist lediglich im Bereich der Reischfleckhänge nach dem Schwarzeckgipfel. Der ursprüngliche Weg ist hier nicht mehr erkennbar, man kommt aber über Spuren der Forstmaschinen wieder auf den Weg. Anschließend fehlen teilweise Markierungen und der Weg geht über die Wege der Forstfahrzeuge. Am Kleinen Arber ist die Wanderung dann nochmal beschwerlich, da hier teilweise umgestürzte Bäume am Hang den Aufstieg etwas erschweren.
Fazit
Absolut empfehlenswert!
Wie anfangs schon kurz beschrieben, läuft man fast auf der gesamten Wanderung auf einem schmalen Pfad, der zum Teil sehr felsig ist. Es geht immer wieder bergauf und bergab, was die Wanderung sehr abwechslungsreich und anstrengend macht. Alle paar Kilometer erreicht man einen der zahlreichen Gipfel, auf denen man immer wieder mit schönen Ausblicken belohnt wird.
Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu schreiben. Am besten selbst erleben!
Reisezeit: August 2007
Region/Kontinent: Mitteleuropa
Eine der schönsten und zugleich anstrengendsten Wanderungen, die ich in letzter Zeit gemacht habe.
Die 12-Tausender-Tour oder Kaitersberg-Arber-Hochtour führt auf einer Länge von etwa 30 Kilometer im Naturpark Oberer Bayerischer Wald über zwölf Gipfel mit über 1000 Meter Höhe.
Bei dieser Bergwanderung auf dem E6/Goldsteig über den Kaitersberg und Arberkamm ist wirklich der Weg das Ziel. Steinige schmale Pfade führen immer wieder zu wunderschönen Aussichtspunkten. Ich werde zu jedem markanten Punkt der Wanderung ein paar Zeilen schreiben, am Ende stehen dann weitere Informationen zu der Tour. Die besten Eindrücke von der Wanderung vermitteln die Fotos und Panoramabilder.
Wir waren von Montag, 06.08. bis Mittwoch, 08.08.2007 unterwegs. Das Wetter war brutal heiß (etwa 27°), erst am Dienstagnachmittag bewölkte es etwas.
Heiglhöhle
Nach einem anstrengenden Aufstieg von Kötzting aus hinauf nach Reitenberg tauchen die ersten größeren Felsen am Weg auf. In einem befindet sich die Räuber-Heigl-Höhle. Hier hat sich der Räuber Michael Heigl im 19. Jahrhundert vor seiner Festnahme versteckt. Die Höhle besteht aus zwei kleinen Räumen. An sich nichts besonderes, aber wegen der Hitze eine angenehme Abkühlung.
Kreuzfelsen (999m)


Die erste tolle Aussicht auf der Wanderung. Der Kreuzfelsen am Westende des Kaitersbergs liegt oberhalb der Räuber-Heigl-Höhle. Auf ihm befindet sich ein Gipfelkreuz. Der Ausblick geht in den vorderen Bayerischen Wald, nach Bad Kötzting und bis zum Arber, der noch relativ klein am Horizont zu sehen ist. Mit uns genießen auch viele Touristen die Aussicht. Es ist zwar Montag, aber Sommerferien.




Mittagstein (1034m)
Beschränkte Aussicht, aber der erste der 12 Tausender. Auf ihm befindet sich eine kleine Kapelle.
Kötztinger Hütte
Der Weg führt hier so geschickt, dass man fast geradewegs auf die Aussichtsterrasse des Gasthauses gelangt. Wir kriegen gerade noch die Kurve und laufen daran vorbei.
Steinbühler Gesenke (1044m)

Wie in den Alpen führt hier der Pfad entlang der steil abfallenden Gneisfelsen, die natürlich eine herrliche Aussicht bieten. Nicht umsonst verläuft hier auch der so genannte Panoramaweg, an dessen Rand das Heidekraut blüht. Das Wandern macht hier einfach nur Spaß.


Rauchröhren (1030m)
Die Rauchröhren sind zwei große Felstürme, an denen man auch klettern kann. Der Wanderweg führt steil auf die Felsen hinauf und dann durch den engen Spalt zwischen den hohen Felsen hindurch. Wer sich die kleinen Klettereinlagen ersparen will, kann die Rauchröhren auch umgehen.
Wir treffen dort einen sympathischen tschechischen Hund, dessen Besitzer gerade klettern.




Großer Riedelstein (1132m)

Auf dem felsigen Gipfel steht das Waldschmidtdenkmal zu Ehren eines Heimatdichters. Mit über 1100 Metern der Höhepunkt der ersten Etappe. Auch hier gibt es wieder eine gigantische Aussicht. Der Arber ist mittlerweile etwas besser zu erkennen. Da es schon später Nachmittag ist haben wir den Gipfel für uns alleine - zumindest was menschliche Wesen betrifft. Tausende Flugameisen umschwirren die Felsen und das Denkmal. Wenigstens stechen die Tiere nicht. Unten dürfen wir in Felsspalten Leuchtmoos bewundern.


Gasthaus Eck (843m)
Nach einem steilen Abstieg an der Skipiste essen und übernachten wir im Gasthaus Eck.
Am nächsten Morgen startet kurz nach uns eine sechsköpfige Wandergruppe. Im Verlauf des Tages werden wir uns immer wieder gegenseitig überholen.
Mühlriegel (1080m)

Wieder geht es bergauf, wenigstens in einem angenehm schattigen Wald. Als die ersten Besucher des Tages tragen wir uns in das Gipfelbuch ein und genießen auch hier wieder die tolle Aussicht Richtung Arnbruck und auf die umliegenden Berge.
Wenig später treffen andere Wanderer ein.


Ödriegel (1156m)
Trotz der Ankündigung im Internet, der Weg sei wegen der Sturmschäden vom Januar nicht passierbar (siehe unten), machen wir uns auf zum nächsten Gipfel. Die ersten Bäume liegen auf dem Weg und müssen umgangen oder überquert werden.
Die Landschaft ist hier hochmoorartig.

Waldwiesmarterl (1139m)
Viel Windwurf, ein Martel und eine Schutzhütte. Nichts besonderes, wir laufen weiter.
Schwarzeck (1238m)

Endlich mal volle Aussicht in die andere Richtung, also nach Norden und Osten zum Hohen Bogen (?) und Osser. Auch hier gibt es ein Gipfelkreuz, an dessen Fuß hunderte Flugameisen ihre letzte Ruhestätte gefunden haben. Die ersten Wolken lassen sich am Himmel blicken und bringen leichte Abkühlung.



Reischfleck (1118m)
Hier hat der Sturm immense Schäden angerichtet, so dass der Pfad über den Kamm nicht begehbar ist. Näheres siehe unten.

Heugstatt (1261m)
Über Forwarderspuren geht es auf den flachen Gipfel. Der Pfad wird von Gräsern und Blaubeeren gesäumt.
Enzian (1285m)
Wieder ein Aufstieg über die breiten Spuren. Der ursprüngliche Pfad oder Markierungen sind nicht mehr vorhanden. Auf dem Berg stehen nur noch Baumskelette, die meisten vitalen Bäume sind umgeworfen. Irgendwie ein trostloser Ort.
Das Ziel, der Große Arber, rückt immer näher. Davor will noch sein kleiner Bruder bezwungen werden.





Kleiner Arber (1384m)

Durch ein Hochmoor, teilweise über Holzstege, geht es zum vorletzten Tausender. Für diesen Berg gibt es eine einfachere Umgehung, denn der Aufstieg ist sehr steil. Noch dazu erschweren auch hier umgestürzte Bäume das Vorankommen. Wo einst der Wanderweg verlief ist nicht mehr ersichtlich. Kurz vor dem Gipfel warnt ein Schild, dass der E6 in beide Richtungen nicht begehbar sei. Wir blicken auf die bisher geschafften Berge zurück und blicken kurz von dem Gipfelkreuz ins Tal. Es sieht gewittrig aus.

Großer Arber (1456m)



Ein letzter steiniger Abstieg zur Jugendherberge, an der die Waldarbeiter ihre Wohnwägen aufgestellt haben.
Endlich ist der „König des Bayerischen Wald“ in voller Pracht sichtbar. Noch einmal geht es nach oben. Der Pfad ist am Ende treppenartig angelegt. Da es nach Eisenbahn riecht, vermuten wir, dass die Stufen einst Gleise zusammengehalten haben.
Nach etwa acht Stunden erreichen wir den Richard-Wagner-Kopf, markante Felsen am Südwestrand des Arbers, und genießen glücklich und stolz den Blick zurück auf die vergangenen Berge und die wunderschöne Wanderung. Hier überblicken wir auch das Plateau des Arbers und machen uns dann auf den Weg zum eigentlichen Gipfel. Das Kreuz befindet sich leider in unmittelbarer Nähe zu den Radarkuppeln. Bei den obligatorischen Fotos gibt meine Kamera schon komische Geräusche von sich.
Da die letzte Seilbahn schon abgefahren ist, sind die Menschenmassen längst vom Berg verschwunden.
Im Tal sind teilweise Gewitter und wir machen uns auf den Weg zum Arberschutzhaus, das etwas weiter unten liegt, wo wir uns das gute Essen redlich verdient haben. Nachdem wir von oben den Sonnenuntergang angeschaut haben, verbringen wir die Nacht im Schutzhaus mit Blick auf Bayerisch Eisenstein und Železná Ruda auf der tschechischen Seite.







Großer Arbersee (934m)

Am nächsten Morgen geht es dann ins Tal. Der Pfad ist immer noch felsig. Eine tolle Abkühlung bietet der Geigenbachfall am Wegesrand. Für gute Fotos werden wir ziemlich nass.
Am Arbersee selbst sind dann natürlich viele Touristen und wir sind froh, dass wir diesen Ort bald mit dem Bus Richtung Kötzting verlassen können.

Informationen zur Wanderung
Parken
Wir haben in Kötzting auf dem Großparkplatz in der Ludwigstraße geparkt. Da der Parkscheinautomat defekt war, konnten wir dort kostenlos parken. Auf dem Rückweg haben wir dann Parkplätze am Bahnhof, an der Kirche und unter der Eisenbahnbrücke in der Ludwigstraße entdeckt. Diese müssten alle kostenlos sein.
Übernachtung
Die Tour ist wohl auch in einem Tag zu machen, es empfiehlt sich allerdings, mindestens einmal zu übernachten. Unsere erste Nacht verbrachten wir im Gasthaus Eck, die zweite Übernachtung war im Arberschutzhaus.
Eine Schutzhütte zum Übernachten mit Schlafsack gibt es am Mühlriegel, etwa 2,5 Kilometer vom Eck entfernt. Dort könnte man auch ein Zelt aufbauen. Im Arbergebiet selbst konnten wir keine ideale Übernachtungsmöglichkeit finden. Nach dem Enzian gibt es zwar eine Hütte, die aber leider verdreckt ist.
Wasser
Die Wasserversorgung am Weg ist ziemlich schlecht. Links vom Gasthaus Eck befindet sich am Wanderparkplatz ein Brunnen, der nächste ist dann an der Jugendherberge am Kleinen Arber. Ansonsten gibt es natürlich Leitungswasser in den Gasthäusern.
Man sollte also für einen Tag genügend Wasser bei sich haben.
Sprache
Oberpfälzerisch/niederbayerisch. Für Preußen schwer zu verstehen, die Bewohner geben sich allerdings Mühe, verständliches Deutsch zu sprechen.

Wanderkarte
Zum Beispiel vom Bayerischen Landesvermessungsamt, Naturpark Oberer Bayerischer Wald - östlicher Teil (UK 50-27).
Markierung
Die 12-Tausender-Tour verläuft auf dem Europäischen Fernwanderweg E6, der in diesem Abschnitt mit dem neuen Goldsteig identisch ist. Der E6 ist mit einem grünen Dreieck auf weißem Grund markiert, der Goldsteig ist mit einem gelb geschwungenem Pfad auf weißem Grund gekennzeichnet. Zudem gibt es immer wieder Wegweiser mit Entfernungsangaben und Tafeln mit dem Höhenprofil und den Gipfeln des Weges.
Bus
Vom Großen Arbersee aus gelangt man mit Bussen wieder zurück zum Ausgangspunkt.
Vom Arbersee fährt man zunächst nach Bodenmais, dann nach Kötzting.
Internetadressen
Beschreibung der Wanderung
Busfahrplan Arbersee-Bodenmais (Seite 2)
Busfahrplan Bodenmais-Kötzting
Gasthaus Eck
Arberschutzhaus
Sturmschäden
Im Internet stand die Information, dass fast der komplette zweite Teil des Weges zwischen Mühlriegel und Arber wegen des Windwurfes von Kyrill nicht begehbar ist.
Inzwischen ist aber ein Großteil der Schäden beseitigt. Vereinzelt liegen noch Bäume auf dem Weg, die aber problemlos überwunden oder umgangen werden können. Es haben sich mittlerweile auch neue Pfade um die Hindernisse gebildet. Ansonsten haben Waldarbeiter umgeworfene Bäume beseitigt.
Ein größeres Windwurfgebiet ist lediglich im Bereich der Reischfleckhänge nach dem Schwarzeckgipfel. Der ursprüngliche Weg ist hier nicht mehr erkennbar, man kommt aber über Spuren der Forstmaschinen wieder auf den Weg. Anschließend fehlen teilweise Markierungen und der Weg geht über die Wege der Forstfahrzeuge. Am Kleinen Arber ist die Wanderung dann nochmal beschwerlich, da hier teilweise umgestürzte Bäume am Hang den Aufstieg etwas erschweren.
Fazit
Absolut empfehlenswert!
Wie anfangs schon kurz beschrieben, läuft man fast auf der gesamten Wanderung auf einem schmalen Pfad, der zum Teil sehr felsig ist. Es geht immer wieder bergauf und bergab, was die Wanderung sehr abwechslungsreich und anstrengend macht. Alle paar Kilometer erreicht man einen der zahlreichen Gipfel, auf denen man immer wieder mit schönen Ausblicken belohnt wird.
Ansonsten gibt es nicht mehr viel zu schreiben. Am besten selbst erleben!

Kommentar