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Hallo zusammen,
nach langer Abwesenheit mal wieder ein Bericht von mir. Ich war ja vor ziemlich genau einem Jahr für 5 Wochen in Frankreich auf dem E4 unterwegs. Vorgenommen hatte ich mir eigentlich, auf dem E4 einmal quer durch von der spanischen Grenze bis in die Schweiz zu wandern. Aufgrund diverser terminlicher Aspekte (Umzug) und einigen Komplikationen unterwegs habe ich das aber bei Weitem nicht lückenlos umgesetzt. Trotzdem hier mal der Bericht...viel Spaß!
Einige praktische Tipps zu der Tour finden sich auf meiner Homepage, wo auch die ganze Tour nochmal steht.
Die Uebersichtskarte aus dem Wiki:

15.02.2008: Abreise in Zürich
So, gestern die Diplomarbeit abgegeben, heute geht es los nach
Südfrankreich. Ich fahre mit dem Nachtzug, äh, entschuldigung,
Hotelzug "Pau Casal" nach Perpignan, wo ich morgen früh meine
Freundin treffen und dann mit ihr zusammen noch ein paar
Haltestellen ins Inland fahren werde, um in der Nähe von Prades auf
den E4 zu treffen.
Der Hotelzug wirkt auf den ersten Blick wie ein schlechter Witz:
flach, Diesellok, sieht von außen aus wie eine gammelige S-Bahn. Von
innen ist er aber doch recht angenehm, insbesondere sind die
(elektrisch verstellbaren) Sitze breit und haben viel Beinfreiheit.
Im gleichen Abteil findet gerade ein tränenreicher Abschied statt -
Großmutter fährt wohl zurück nach Spanien. Mindestens zwei Schweizer
Enkel heulen, Sprachwirrwarr zwischen Spanisch und Schweizerdeutsch
herrscht, dazu Chaos mit den Koffern. Die elektrische Tür zum Abteil
bleibt maximal fünf Sekunden offen - Leute mit Koffern werden alle
eingequetscht.
Zwischendurch war ich im Speisesaal auf ein Bier - nur komische
Vögel dort! Der Typ links neben mir an der Bar, sichtlich
angetrunken, hat immer versucht, ein Gespräch mit dem Barmann
anzufangen, ist aber auf wenig Gegenliebe gestoßen. Irgendwann hatte
ich den Eindruck, er würde Münzen schlucken - auf jeden Fall hat er
Klimperndes geschluckt?!
16.02.2008: Zugfahrt Perpignan - Marquixanes, Wanderung bis ZELT01
Morgens, relativ pünktlich gegen 5.45 Uhr, sind wir in Perpignan am
Bahnhof angekommen, wo ich für 6 Uhr mit Kris verabredet bin. Also
erstmal auf den Plan geschaut, wohin wir weiterfahren könnten und
dann ein wenig umgeschaut. Kris musste die Nacht im "Hotel Terminus"
("Hotel Endstation") verbringen, denn die Jugendherberge in
Perpignan wurde gerade renoviert, was natürlich bei den
Öffnungszeiten auf der Website der französischen
Jugendherbergsvereinigung FUAJ nicht vermerkt war. Das Hotel scheint
den Namen zum Programm gemacht zu haben, eine Absteige unterster
Kategorie. Der Bahnhof in Perpignan wirbt außerdem mit dem Slogan
"Gare de Perpignan - Centre du Monde" - das geht wohl auf ein Zitat
von Dali zurück, ist also nicht nur auf katalanische
Selbstüberschätzung zurückzuführen.
Um 6.36 Uhr haben wir dann den Zug von Perpignan nach Marquixanes
genommen, eine Haltestelle vor Prades. Direkt am Bahnhof ist eine
Bäckerei mit kleinem Supermarkt - gleich 1x Kaffee und 1x Chocolat
Chaud konsumiert. Dann ein kurzer Abstecher durch den netten kleinen
Ort. Dieser ist oben auf einen Hügel gebaut, mit einer Straße, die
im Kreis um die Kirche und die Hügelspitze herumführt, außen herum
im Kreis Häuser. Dann zurück zur Hauptstraße, entlang derer es bei
wärmer werdendem - aber leider auch diesig bleibendem - Wetter ein
Stück zurück ging zu einem Stausee, der allerdings aufgrund
niedrigen Wasserstandes eher einer Pfütze glich. Auf der anderen
Seite ging es dann schlussendlich auf den GR36 - erstmal steil
bergauf. Leider war da schon miserable Fernsicht, also kein
Pyrenäenpanorama, nur einzelne Gipfel waren manchmal zu erkennen.
Das sollte auch den Tag über so bleiben.
Oben angekommen haben wir in Marcevol Pause gemacht (PAU01).
Marcevol scheint ein sehr altes Kloster zu sein, bei Google Books
gibt es sogar Ausschnitte eines Buches darüber. Es wirkt allerdings
völlig verlassen, nur die stockdustere Kirche ist zugänglich. Und
einen Wasserhahn finden wir...


Danach ging es noch lange weiter hoch, zunehmend warm. Schöne Blicke
zurück, auch wenn die Sicht nicht sonderlich klar war - bei guter
Sicht ist das hier sicherlich spektakulär. Ganz oben war es dann
eher windig, so dass wir gleich weitergegangen sind und etwas tiefer
eine zweite Pause eingelegt haben. Waren wir bisher auf sehr
schönen, schmalen, steinigen Wegen, wird es jetzt breiter und
befestigt. Wir kommen noch an einer schönen Burgruine vorbei, wäre
ein toller Zeltplatz, aber es ist erst 15 Uhr und wir haben nur
wenig Wasser dabei. Also weiter zum Ort in Sichtweite, was wegen der
endlosen Serpentinen gefühlte 3 Tage dauert - sehr eintönig. Füße
tun weh, Rücken auch, Hüften auch - ich habe mich noch nicht an die
Last gewöhnt. Nach einigen Pausen von ein paar Minuten sind wir in
einem sehr hübschen verschlafenen Bergdorf - mit Brunnen und Hunden.
Einer der Vierbeiner ist an mir interessiert, hat aber vor Kris
panische Angst, vielleicht wegen der roten Jacke. Voll bepackt geht
es weiter. Kurz hinter dem Ort biegen wir falsch ab, folgen dann dem
Hohlweg trotzdem weiter in der Hoffnung auf einen Zeltplatz, welche
auch bald erfüllt wird (ZELT01). Aufbauen und Kris ab ins Bett, die
hat nämlich starke Halsschmerzen und fühlt sich krank. Lese etwas
vor, koche Ebly (Weizenkörner) mit Kichererbsen, dann wird es kalt
und wir ziehen um ins Bett.
Siehe da: Isomatte kaputt. Super, diese Leichtmatten von Artiach!
nach langer Abwesenheit mal wieder ein Bericht von mir. Ich war ja vor ziemlich genau einem Jahr für 5 Wochen in Frankreich auf dem E4 unterwegs. Vorgenommen hatte ich mir eigentlich, auf dem E4 einmal quer durch von der spanischen Grenze bis in die Schweiz zu wandern. Aufgrund diverser terminlicher Aspekte (Umzug) und einigen Komplikationen unterwegs habe ich das aber bei Weitem nicht lückenlos umgesetzt. Trotzdem hier mal der Bericht...viel Spaß!
Einige praktische Tipps zu der Tour finden sich auf meiner Homepage, wo auch die ganze Tour nochmal steht.
Die Uebersichtskarte aus dem Wiki:

15.02.2008: Abreise in Zürich
So, gestern die Diplomarbeit abgegeben, heute geht es los nach
Südfrankreich. Ich fahre mit dem Nachtzug, äh, entschuldigung,
Hotelzug "Pau Casal" nach Perpignan, wo ich morgen früh meine
Freundin treffen und dann mit ihr zusammen noch ein paar
Haltestellen ins Inland fahren werde, um in der Nähe von Prades auf
den E4 zu treffen.
Der Hotelzug wirkt auf den ersten Blick wie ein schlechter Witz:
flach, Diesellok, sieht von außen aus wie eine gammelige S-Bahn. Von
innen ist er aber doch recht angenehm, insbesondere sind die
(elektrisch verstellbaren) Sitze breit und haben viel Beinfreiheit.
Im gleichen Abteil findet gerade ein tränenreicher Abschied statt -
Großmutter fährt wohl zurück nach Spanien. Mindestens zwei Schweizer
Enkel heulen, Sprachwirrwarr zwischen Spanisch und Schweizerdeutsch
herrscht, dazu Chaos mit den Koffern. Die elektrische Tür zum Abteil
bleibt maximal fünf Sekunden offen - Leute mit Koffern werden alle
eingequetscht.
Zwischendurch war ich im Speisesaal auf ein Bier - nur komische
Vögel dort! Der Typ links neben mir an der Bar, sichtlich
angetrunken, hat immer versucht, ein Gespräch mit dem Barmann
anzufangen, ist aber auf wenig Gegenliebe gestoßen. Irgendwann hatte
ich den Eindruck, er würde Münzen schlucken - auf jeden Fall hat er
Klimperndes geschluckt?!
16.02.2008: Zugfahrt Perpignan - Marquixanes, Wanderung bis ZELT01
Morgens, relativ pünktlich gegen 5.45 Uhr, sind wir in Perpignan am
Bahnhof angekommen, wo ich für 6 Uhr mit Kris verabredet bin. Also
erstmal auf den Plan geschaut, wohin wir weiterfahren könnten und
dann ein wenig umgeschaut. Kris musste die Nacht im "Hotel Terminus"
("Hotel Endstation") verbringen, denn die Jugendherberge in
Perpignan wurde gerade renoviert, was natürlich bei den
Öffnungszeiten auf der Website der französischen
Jugendherbergsvereinigung FUAJ nicht vermerkt war. Das Hotel scheint
den Namen zum Programm gemacht zu haben, eine Absteige unterster
Kategorie. Der Bahnhof in Perpignan wirbt außerdem mit dem Slogan
"Gare de Perpignan - Centre du Monde" - das geht wohl auf ein Zitat
von Dali zurück, ist also nicht nur auf katalanische
Selbstüberschätzung zurückzuführen.
Um 6.36 Uhr haben wir dann den Zug von Perpignan nach Marquixanes
genommen, eine Haltestelle vor Prades. Direkt am Bahnhof ist eine
Bäckerei mit kleinem Supermarkt - gleich 1x Kaffee und 1x Chocolat
Chaud konsumiert. Dann ein kurzer Abstecher durch den netten kleinen
Ort. Dieser ist oben auf einen Hügel gebaut, mit einer Straße, die
im Kreis um die Kirche und die Hügelspitze herumführt, außen herum
im Kreis Häuser. Dann zurück zur Hauptstraße, entlang derer es bei
wärmer werdendem - aber leider auch diesig bleibendem - Wetter ein
Stück zurück ging zu einem Stausee, der allerdings aufgrund
niedrigen Wasserstandes eher einer Pfütze glich. Auf der anderen
Seite ging es dann schlussendlich auf den GR36 - erstmal steil
bergauf. Leider war da schon miserable Fernsicht, also kein
Pyrenäenpanorama, nur einzelne Gipfel waren manchmal zu erkennen.
Das sollte auch den Tag über so bleiben.
Oben angekommen haben wir in Marcevol Pause gemacht (PAU01).
Marcevol scheint ein sehr altes Kloster zu sein, bei Google Books
gibt es sogar Ausschnitte eines Buches darüber. Es wirkt allerdings
völlig verlassen, nur die stockdustere Kirche ist zugänglich. Und
einen Wasserhahn finden wir...


Danach ging es noch lange weiter hoch, zunehmend warm. Schöne Blicke
zurück, auch wenn die Sicht nicht sonderlich klar war - bei guter
Sicht ist das hier sicherlich spektakulär. Ganz oben war es dann
eher windig, so dass wir gleich weitergegangen sind und etwas tiefer
eine zweite Pause eingelegt haben. Waren wir bisher auf sehr
schönen, schmalen, steinigen Wegen, wird es jetzt breiter und
befestigt. Wir kommen noch an einer schönen Burgruine vorbei, wäre
ein toller Zeltplatz, aber es ist erst 15 Uhr und wir haben nur
wenig Wasser dabei. Also weiter zum Ort in Sichtweite, was wegen der
endlosen Serpentinen gefühlte 3 Tage dauert - sehr eintönig. Füße
tun weh, Rücken auch, Hüften auch - ich habe mich noch nicht an die
Last gewöhnt. Nach einigen Pausen von ein paar Minuten sind wir in
einem sehr hübschen verschlafenen Bergdorf - mit Brunnen und Hunden.
Einer der Vierbeiner ist an mir interessiert, hat aber vor Kris
panische Angst, vielleicht wegen der roten Jacke. Voll bepackt geht
es weiter. Kurz hinter dem Ort biegen wir falsch ab, folgen dann dem
Hohlweg trotzdem weiter in der Hoffnung auf einen Zeltplatz, welche
auch bald erfüllt wird (ZELT01). Aufbauen und Kris ab ins Bett, die
hat nämlich starke Halsschmerzen und fühlt sich krank. Lese etwas
vor, koche Ebly (Weizenkörner) mit Kichererbsen, dann wird es kalt
und wir ziehen um ins Bett.
Siehe da: Isomatte kaputt. Super, diese Leichtmatten von Artiach!
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